24 Endlich wieder Glück.

Rückblick: Vor etwa einem Monat.

Fast vier Monate nach dem Tod von Julius. Wir sind seit einigen Tagen im Urlaub. USA. Wir fahren mit dem Auto durch die Wüste, schauen uns die Natur an. Besuchen Nationalparks. Die Natur hier ist wahnsinnig faszinierend. Riesige Berge aus rotem Gestein. Flüsse in der Wüste, Schluchten und Gipfel. Wir gehen wandern und erkunden die Umgebung. Genießen die Sonne. Ich werde immer gelöster. Merke, wie die Anspannung abfällt.

Ich habe endlich wieder ein Gefühl von Leichtigkeit. Muss mich gerade nicht kümmern. Habe keine Termine, bin weit weg vom Alltag. Frei.

Und plötzlich sage ich zu meinem Mann: „ich bin glücklich“.

Und ich bin glücklich. Ich fühle mich nicht schlecht dabei. Ich genieße mein Glück – unser Glück. Unsere Zweisamkeit und unsere Erlebnisse. Unsere Reise. Ich vermisse Julius auch in diesem Moment. Aber ich habe wieder Freude am Leben, kann die Schönheit wieder sehen. Julius ist immer dabei. Er ist Teil von uns und Teil unserer Reise. Er ist Teil unserer Sorgen und eben auch Teil unseres Glücks.

Was für ein magisches Gefühl. Man könnte glatt süchtig werden danach. Nach diesem Glück.


23 Lebensjahre. Ein weiteres Jahr verging…

Geburtstag. Wieder ein Jahr älter. Wieder ein Jahr vergangen. Was für ein Jahr. Ein Jahr voll Freuden und Leid. Zu Beginn des Lebensjahres war ich schwanger. Noch ganz am Anfang, aber ich wusste: wenn alles gut geht, werden wir bald ein Kindlein haben.

Und unsere Hochzeit war in Planung. Wir wollten gerne feiern mit unseren Familien. Feiern, dass wir uns alle haben und dass Robert und ich uns haben.

Hochzeit feiern mit der Zukunftsperspektive: bald sind wir eine richtige Familie. Dem Kindlein geht es gut. Es wächst und gedeiht. Wir feiern ein ganzes Wochenende lang mit unseren Familien und engsten Freunden.

Dann ein Urlaub mit meinen Eltern. Zweieinhalb Wochen Italien. Gemeinsam in unserem neuen Kleinbus. Gemeinsame Fahrten, kleine Unterkünfte, Spaziergänge, Viele neue Orte sehen.

Ich war angestrengt von der Schwangerschaft. Hatte wasserschwere Beine und wenig Energie. Doch alles sah sehr gut aus. Die Halbzeit der Schwangerschaft erlebten wir in der Sonne Italiens.

Wieder zurück. Wohnung aufräumen. Wohnung neu beziehen. Vor und während des Urlaubs war ein Filmteam in unserer Wohnung. Haben gedreht und ein wenig Unordnung hinterlassen. Nun braucht es eine neue Struktur. Mein Arbeitszimmer wird das Kinderzimmer. Das Gästezimmer wird mein neuer Arbeitsplatz (und bleibt Gästezimmer).

Ich nähe, stricke und räume. Bereite den Ort für unser Kindlein vor. Es soll an nichts fehlen. Wir haben Kleidung, einen Kinderwagen, einen Autositz, haben Möbel und eine Wiege.

Die ersten Bewegungen. Zart sind sie. Unser Kindlein bewegt sich wenig. Zeigt sich kaum seinem Papa. Es geht ihm aber gut. Die Hebammenuntersuchungen verlaufen zu deren Zufriedenheit. Das Kindlein. Wir freuen uns so sehr auf das Kindlein.

Rückenschmerzen. Massagen. Wasser in den Beinen. Endbeschwerden. Normal.

Einige Nächte vor der Geburt schlafe ich durch. Ich koche eine Wochenbettsuppe, mache Energie Balls und bereite einige Mahlzeiten vor, die man im Wochenbett nur noch aufwärmen muss. Alles ist fertig. Unser Kindlein kann kommen.

Und es kommt. Eine Woche vor dem ET. Es geht schnell. Wir sind glücklich.

Doch.

Er atmet nicht. Wird weggebracht. Dann verlegt.

Die Geschichte seines Lebens ist schon aufgeschrieben. Wir funktionieren. Sind da. Kein Wochenbett für mich, sondern für Julius Aaron da sein, so gut es geht. Er braucht mich. Er braucht uns. Wir sind da. Immer.

Sein Lebensweg führt ihn zu einem schnellen Abschied von dieser Erde. Von uns. Wir begleiten ihn. Lassen ihn los. Der größte Schmerz aller Eltern wird viel zu früh unsere Realität. Wir müssen unseren Sohn loslassen. Wir lassen ihn los und sind zugleich zutiefst auf Ewig mit ihm verbunden.

Wir organisieren seine Beerdigung. Das einzige, was wir für ihn tun können. Beerdigung. Er soll in Frieden Ruhen. Wir begleiten ihn. Immer.

Weihnachten. Feiern? Die Stimmung kommt nicht wirklich auf. Wir sind nicht allein an Weihnachten. Familie ist da. Danke. Silvester auch. Wenig feiern, viel getragen werden.

Neues Jahr. Viel alleine sein. Krank geschrieben, andere arbeiten. Ich bin zu Hause. Mit mir. Mit einem angebrochenen Arm. Ärztemarathon. Bald ohne Gips, dann Physiotherapie. Das tut gut. Beste Therapeutin. Nicht nur für den Arm. Die Gespräche tun der Seele gut. Dankbarkeit.

Selbsthilfegruppen. Sterneneltern kennen lernen. Geschichten hören, unsere Geschichte erzählen. Was alles passieren kann. Und doch: wir sind nicht allein. Andere wissen genau, wie wir uns fühlen. Das tut gut. Getragen sein. Verstanden werden.

Freundinnen sind für mich da. Hören zu, tragen mich.

Julius ist immer präsent. Julius ist in meinem Herzen. Ich schreibe viel. Tagebuch, Blogeinträge, kleine Gedichte… Schreiben klärt meine Gedanken. Julius ist mein größter Verlust. Und trotzdem ist er immer da. Anders. Ewig.

Urlaub. Abstand von Berlin. Abstand von allem. Andere Zeitzone. Neue Natur. Zweisamkeit. Wir tanken Kraft. Tanken Energie. Tanken Mut. Sonne. Wärme, viel Bewegung. Endlich wieder Glück.

Zurück in Berlin: Ärzte. Befunde. Viel Chaos. Viel Unsicherheit.

Ostern. Die Familie ist da. Julius fehlt. Alle sind da, nur unser Kindlein kann nicht da sein. Kann nur in unseren Gedanken Teil dieses Festes sein. Er ist Teil unseres Festes. Anders. Unsichtbar.

Neue Hoffnung. Wird ein neues Kindlein kommen? Bleiben? Wird Julius ein großer Bruder werden?

Ein Jahr voller Auf und Ab. Ein Jahr voller Dankbarkeit und Erkenntnis.

Dankbarkeit um Familie und Freunde. Um das Getragen-Werden. Um das Nicht-Alleine-Sein. Um das Verstanden-Werden. Um das Erleben, dass das Leben wertvoll ist. Schön ist.

Schmerz um den Verlust des Kindes. Warum? Wie geht das Leben weiter? Wo will ich denn hin? Was ist der (neue) Sinn des Lebens? Das Leben zieht seine Kreise. Führt über Hochs und Tiefs. Freud und Leid. Leben. Erleben.

Und immer wieder: Getragen-Werden. Hilfe erleben. Nicht alleine Sein. Danke. Danke. Danke.

22 Gedanken an die Neonatologie

Nun ist es fast fünf Monate her, dass wir zum ersten Mal eine Neonatologie betreten haben. Etwa 5 Stunden nach der Geburt von Julius – nachdem er verlegt wurde und ich verlegt wurde, nachdem wir gegessen und mit dem betreuenden Arzt von Julius gesprochen haben – sind wir zu Julius in die Neonatologie gegangen.

So viele Kabel, so viel Technik, Maschinen piepsen, Maschinen zeichnen auf, Schwestern gehen ein und aus, untersuchen, reagieren auf Alarme…

Mittendrin: unser JULIUS.

Julius, kleiner Mann. Das Zentrum dieses Zimmers. Alle sind für ihn da. Jeweils eine Schwester ist nur für Julius verantwortlich. Die Ärzte kommen, sobald medizinische Alarme sie rufen. Julius liegt da – runtergekühlt. Unbewegt – bezaubernd. Unser Kind. Ein Wunder.

Er hat sein linkes Bein nach oben Richtung Kopf gestreckt. Durch die Beckenendlage ist es so gedehnt, dass dies die natürliche Lage des Beines ist ;).

Julius. Du bist es. Unser Sohn. Unser erstes Kind. Julius. Du warst noch vor wenigen Stunden in meinem Bauch und nun liegst du hier, nackt und ausgeliefert.

Alle sind da um zu helfen. Die Menschen und die Geräte. Wir sind gerührt. Von unserem Kind und seinem Zustand. Eben gerade habe ich ihn geboren. Mich erholen von der Geburt konnte ich mich nicht wirklich. Julius hat mich gebraucht und die Erholung konnte warten. Für Julius haben wir alles gegeben. Und tun es immernoch.

Man könnte meinen, dass der Alltag auf einer Neonatologie ganz schön stressig ist. Und das ist er bestimmt auch. Aber wir haben das nie zu spüren bekommen.

Die Ärzte waren immer nett – auch wenn sie mitten in der Nacht aus ihrer Bereitschaft gerufen wurden. Die Schwestern hatten durchweg offene Ohren für uns und waren vor allem für Julius immer da. Sie haben ihn so aufmerksam und feinfühlig gepflegt, wie ich es zuvor kaum gesehen habe. Ihn, der nicht antwortet, der scheinbar nichts mitkriegt.

Sie haben ihn angesprochen. Sie haben ihn gestreichelt, sie haben ihn behutsam berührt und die notwendige Pflege an ihm vorgenommen.

Wir haben quasi in der Neo gewohnt. Fast immer war einer von uns an Julius Bett oder im Nebenzimmer. Für die Schwestern war das bestimmt nicht immer leicht. Doch sie haben uns nie weggeschickt. Im Gegenteil: sie haben uns ermuntert, neben ihm sitzen zu bleiben. Ich bin ihnen so dankbar. Für ihre Aufmerksamkeit, ihre Feinfühligkeit, ihre Achtsamkeit, ihre offenen Ohren und ihren Humor.

Eine Schwester hat sich als Vampir bezeichnet, da sie jede Stunde Blut abnehmen musste bei Julius. Wenn ich heute daran denke, muss ich immer noch grinsen.

Trotz der Schwere war immer eine Leichtigkeit im Raum. Eine Stimmung voll Zuwendung. Und wir konnten uns unserem Julius zuwenden. Wir konnten in diesem geschützten Rahmen die schönsten Stunden mit Julius erleben. Stunden, in denen wir ihn auf dem Arm hatten. Stunden, in denen wir gekuschelt haben. Stunden, in denen wir gemeinsam in einem Bett geschlafen haben. Stunden, in denen wir nach seinem Tod noch Frieden erlebt haben.

Die Dankbarkeit dafür ist kaum in Worte zu fassen.

Die Neonatologie war das Leben von Julius – das Leben mit Julius. Die Neonatologie war das Zuhause von Julius und auch für uns. Für diese acht Tage. In der darauffolgenden Zeit habe ich die Neo sogar vermisst. Die Schwestern, Ärzte und den Raum. Vermisst, wie ich Julius vermisst habe.

Ganz besonders beeindruckend war die Betreuung in den Stunden, in denen Julius in unseren Armen gestorben ist. Die Ärztin war so einfühlsam in ihrer Begleitung, dass sie mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Die Neonatologie bleibt uns in guter Erinnerung. Und das obwohl wir dort das wertvollste verloren haben, was man verlieren kann: das eigene Kind.

Ich möchte, dass die Menschen, die uns dort begleitet haben, wissen, wie dankbar wir ihnen sind. Dankbar, dass sie da waren. Dankbar, dass sie Julius ernst genommen haben. Dankbar, dass sie stets liebevoll waren und dankbar, dass wir immer dort sein durften.

20 Grabpflege

Bevor wir unseren Sohn beerdigt haben, haben wir uns keine Gedanken um Grabpflege machen müssen. Nun ist die Grabpflege eine neue Aufgabe in unserem Leben, die wir sehr gerne erledigen.

Das Grab von Julius liegt in einem Wald. Nahe an einer großen Stadt. Mitten im Wald hat Julius sein Grab. Ein Baum steht darauf. Eine Eiche.

Es ist ein großes Grab. Sein kleiner Körper nimmt nur einen Bruchteil des Platzes ein. Es bleibt viel Fläche für andere Elemente, die wir mit Julius verbinden.

Von Anfang an hatte ich das Bild von Vögeln in Verbindung mit Julius gebracht. Ich hatte diese Vögel auf seine Geburts- und Traueranzeige gemalt. Die Vögel sind nah bei ihm. Tragen ihn in den Himmel, singen ihm seine Lieder. Also bekam Julius ein Vogelhaus auf sein Grab. Dort haben wir immer Vogelfutter. Damit die Vögel kommen und für Julius singen. Und sie kommen. Das Vogelfutter ist fast immer leer.

Blumen zieren das Grab. Blumensträuße von uns Eltern, Blumen von Verwandten. Immer neue Blüten sind auf dem Grab zu finden.

Dieses Wochenende haben wir kleine Bäume gepflanzt. Zwei Korkenzieher-Haselsträucher haben wir uns für Julius ausgesucht. Einen grünen, einen roten.

Meine Eltern haben einen Sommerflieder eingepflanzt und die Patentante hat einen Lavendel dazugesetzt. Nun ist das Grab bepflanzt.

Und wir haben eine große Schale besorgt. Dort werden wir Steine für Julius sammeln. Wir haben ihm Steine aus unserem Urlaub in den USA mitgebracht. Rote und grüne und edle… In der Mitte der Steine haben wir ein Wasserbad. Für Vögel?

Gemeinsam mit der Familie waren wir am Grab und haben gepflanzt, gegossen, geredet und geschwiegen. Wie toll Familie doch ist. Die mit einem mitgeht. Auch die schweren, steinigen Wege.

Grab vom 19.4.19

Nun, am Ende dieses Osterwochenendes, ist das Grab gepflegt.

Wir haben aber auch gemeinsam gefeiert. Ostern. Das Fest der Erneuerung. Das Fest der Überwindung des Todes.

19 Gedicht für Julius

Julius, du kleiner Stern,

Ach, wir haben dich so gern.

Kamst auf diese Erdenwelt,

hast dich mittenrein gesellt.

Hast uns alle zusammengebracht,

Wir haben um dich geweint und gelacht.

Du hast uns gezeigt, was wichtig ist:

Dass man den Moment genießt!

Dass man immer dankbar ist,

und dass Menschlichkeit unverzichtbar ist.

Doch wir hätten nicht gedacht,

was das Leben mit uns macht.

Dass du wieder von uns gehst,

nur im Herzen bei uns stehst.

Unvergessen wirst du bleiben,

in den Herzen von uns beiden.

Ach, wir haben dich so gern,

Julius, du kleiner Stern.

18 Was bleibt?

Ehemann, Familie und gute Freunde. Diese Elemente tragen mich in den ersten Wochen. Es sind Menschen für mich und uns da, die zuvor weniger wichtig waren. Es bleiben andere Menschen distanziert, mit denen zuvor ein Kontakt bestand.

Wir lernen Menschen kennen, die ähnliches erlebt haben. Das tut gut. Sich verstanden fühlen! Sich nicht alleine fühlen!

Ich habe eine Zukunft vor mir, die noch offen ist.

Vor der Geburt von Julius war geplant, dass ich die nächsten Jahre hauptberuflich für ihn da sein werde. Nun stehe ich vor einem Graben. Ein Nichts. Keine Pläne für meine Zukunft.

An meine Vergangenheit möchte ich nicht anschließen. Es muss sich eine neue Zukunft auftun. Noch ist sie mir verborgen, aber ich weiß: sie wird kommen, so wie viele Dinge gekommen sind, die wir uns nicht vorstellen konnten.

Den Weg in eine Zukunft bereite ich, indem ich mich aktiv mit meiner Trauer beschäftige und indem ich alle denkbaren Zukunftoptionen abwäge. Erst einmal, ohne mich zu entscheiden. Ich nehme mir vor, nur das zu ergreifen, was mich völlig beglückt, was mich zu 100% begeistert.

Es bleibt ein Leben, in dem die Achtsamkeit, die Dankbarkeit und die Menschlichkeit eine bedeutende Rolle spielen werden.

Wir lernen das zu schätzen, was wir haben.

Und wir wissen um den Wert der Familie und der Freunde.

Es ist so wunderbar, diese Menschen um uns herum zu haben. Ich weiß nicht, ob sich die Menschen vorstellen können, wie gut sie uns tun. Dass sie da sind, sich Gedanken machen, dass sie immer wieder anklopfen und horchen, wie es uns geht.

Das allergrößte Glück und der stärkste Anker in meinem Leben bleibt mein Mann. Er ist da, wenn ich ihn brauche. Er lässt alles stehen und liegen, wenn er merkt, dass ich ihn um mich haben muss. Er schenkt mir seine Zeit und seine Zuneigung. Ich bin zutiefst dankbar ihn zu haben.

LEID UND HOFFNUNG

(Julius Mama, 27.1.19)

Du fehlst in unseren Armen,

machst uns zu Einsamen,

Wir leiden große Schmerzen.

Doch bist du immer da,

Wenn auch unsichtbar,

Du bleibst in unsren Herzen.

17 Wo ist Julius?

Zuhause. Mein Mann auf der Arbeit, ich viel alleine.

Dass Julius in meinen Armen fehlt, wird wieder präsenter. Sein Weinen fehlt, sein Lachen auch. Mein Alltag ist voll Ruhe. Ich will auch nichts hören, kann Musik nur schwer ertragen und möchte keine Filme sehen.

Ich lese Bücher von Sterneneltern, lese Blog- und Forenbeiträge von betroffenen Eltern, schreibe mein Tagebuch und spaziere durch die Welt. Julius ist mein ewiger Begleiter. Er ist immer dabei. Und in manchen Momenten spüre ich ihn noch deutlicher, als in anderen. Zum Beispiel, wenn mir aus dem Nichts ein Gedicht zugeflogen kommt.

Ich habe noch nie Gedichte geschrieben. Ich wusste nicht, dass ich das kann. Aber sie kommen und ich schreibe sie auf – sie verbinden mich mit meinem Sohn.

Wir haben viele Bilder von Julius aufgestellt – an vier Stellen in unserer Wohnung stehen sie verteilt. Und dazu brennen Kerzen, dort, wo wir uns aufhalten. Sie brennen für Julius. Unsere morgendliche Routine ist mit dem Anzünden der Kerzen verbunden, die abendliche mit dem Ausblasen. Julius ist präsent. Er lebt weiter in unseren Herzen, begleitet uns im Geiste.

Der Friedhof bleibt ein Ausflugsziel für das Wochenende. Wir brauchen zum bewaldeten Friedhof ca. 45 Minuten und dort kann man auch spazieren gehen, sodass ein Wochenendausflug meist zum Grab von Julius führt. Dort fühlen wir uns unserem Sohn sehr nah. Dort wird das Leid aber auch noch einmal präsent: hier liegt das Körperchen, welches nicht lange wachsen durfte. Julius hätte ein starker Junge werden sollen.

Es gibt gute Tage und traurige Tage. Dann weine ich viel um die Trennung von Julius. Und gleichzeitig weiß ich: ich bin nicht getrennt von ihm, ich habe ihn bei mir – er ist bei mir. Doch eben anders. Unsichtbar, unscheinbar. Für andere nicht nachvollziehbar.

Ich bin Mutter – ich bleibe Mutter.

Mutter ohne Kind in den Armen. Aber Mutter. Mutter eines besonderen Kindes. Eines Kindes, welches in ferne Welten gereist ist und doch immer nah bei mir bleibt. Mir Kraft gibt und Zuversicht. Ein Kind, welches mir Dankbarkeit lehrte. Ein Kind, welches mir zeigte, wie wichtig Menschlichkeit ist. Ein Kind, welches die Familie zusammengebracht und uns die Bedeutung der Familie noch einmal verdeutlicht hat. Die Bedeutung der Ursprungsfamilie, aber auch die Bedeutung der eigenen Familie – die Familie ist ein so wichtiger Ort des Zusammenhalts und des Füreinander-Daseins. Julius bleibt ein Kind, welches meine Welt auf den Kopf gestellt hat.

Ich habe Vieles in Frage gestellt, was ich bis dahin als „selbstverständlich“ hingenommen habe. Und ich bin nun bereit, mich auf meinen persönlichen Weg der Selbstfindung zu begeben. Wer bin ich? Wer kann ich sein? Wo kann ich wirken? Was kann ich bewegen?

Wo kann ich mich in dieser Welt einbringen mit all meinen Erfahrungen – wo kann ich anderen helfen? Oder beistehen? Die Kraft, auf die Zukunft zuzugehen – sie kommt von Julius. Als wüsste er bereits, wo meine Zukunft hingeht.

Ich weiß es noch nicht – ich warte auf den Moment, indem die Zukunft auf mich trifft. Ich weiß: dieser Moment wird kommen und dann ist mir klar: ja, das ist mein Weg.

Ein Weg ohne Julius in den Armen, aber ein Weg mit Julius im Herzen.

Die Frage, wo Julius ist, ist schwer zu beantworten. Und doch kann ich genau sagen: er ist in meinem Herzen und er ist um mich herum. Ich weiß, dass er nicht weit weg sein kann, sonst würde ich seine Präsenz nicht so deutlich spüren. Ich nehme ihn wahr, in den aufgehenden Blüten von Pflanzen und Blumen, im Glitzern der Schneeflocken, im Spiegel der Regentropfen, im bunten Glanz des Regenbogens, in der Schönheit der Natur.

Lange konnte ich die Schönheit der Welt nicht wahrnehmen – mit der Zeit kehrt diese Wahrnehmung zurück und ich kann mich erfreuen an den Sonnenstrahlen, an den länger werdenden Tagen, an den Knospen und dem ersten Grün, welches den anstehenden Frühling ankündigt.

Ich freue mich auf den Frühling und doch bleibt mein Herz in Trauer. Denn ich wollte diesen Frühling mit meinem Kind genießen. Erste lange Spaziergänge in der Sonne und die Arbeit im Garten – neben dem Kinderwagen, in dem das Kindlein friedlich schläft. Nun muss ich diese Freuden alleine genießen – mit Julius in meinem Herzen.

Es scheint sinnlos zu sein. Mit Julius in meinen Armen – in meiner weltlichen Nähe – hätte das alles einen Sinn gehabt. Nun muss ich einen anderen Sinn finden. Ich muss die Freuden für mich genießen. Ich muss sie aufsaugen, in mir sammeln und mich damit bereichern.

16 Urlaub

Wir fahren am Tag nach der Beerdigung in die Berge – weg aus der Großstadt, hinein in die Natur, die Einsamkeit, die Ruhe. Die Zweisamkeit tut uns gut.

Ich schreibe Tagebuch, wir sprechen viel über die Zeit mit Julius und wir spazieren durch die Schneelandschaft. Trotz des räumlichen Abstandes, ist Julius sehr nah. Er ist immer dabei – er ist in unseren Herzen, er ist in unserem Bewusstsein.

Wir feiern Weihnachten mit meinen Eltern, meiner Schwester und ihrem Freund in der Schweiz und sind über Silvester gemeinsam in Stuttgart, wo meine Eltern leben. Julius ist sehr präsent für uns. Man sieht es uns nicht an, aber wir denken sehr viel an ihn.

Der Alltag fällt schwer. Die Gespräche über „normales“ stören schon fast. Wir kann das sein, dass alles einfach ganz normal weitergeht?

Julius ist für uns so präsent, wie man es mit Worten nicht beschreiben kann. Immerzu denken wir: „wenn wir jetzt mit Julius hier wären, dann wäre er jetzt…“ oder: „Julius wäre jetzt schon so alt…“. Wir stellen uns vor, wie er beginnen würde zu reagieren auf unsere Stimmen und Gesichter und wie wohl sein Lächeln aussehen würde.

Und trotzdem geht das Leben weiter. Der Alltag. Alle funktionieren und wir funktionieren auch. Nach außen sieht man uns ja nicht an, welche Trauer in uns lebt. Nicht alle haben Verständnis, dass für uns einfach nichts mehr ist, wie zuvor. Es ist selbst für uns kaum zu begreifen, was wir erleben – wie können es andere denn tun?

Woher kommt die Kraft, dass wir weitermachen?

Ist es Julius, der uns diese Kraft gibt? Irgendwie denke ich immer wieder, dass es nur er sein kann, der uns den Mut gibt, weiterzuleben. Nicht selten denke ich: ich könnte bei ihm sein, wenn ich nun sterbe. Aber ich lebe weiter und ich beginne, die Dinge zu schätzen, die mir geblieben sind: ein wundervoller Freundeskreis, eine tolle Familie und vor allem ein liebenswerter und einfühlsamer Ehemann, den ich seit dem Tod von Julius noch mehr liebe, als zuvor. Unsere Beziehung ist noch inniger geworden. Noch enger. Als hätte uns Julius nicht nur zu Eltern gemacht, sondern auch zu einem wunderbaren Team.

Die Präsenz von Julius ist immer wieder zu spüren. Zum Beispiel in Momenten, in denen ich im Tagebuch schreibe. Dann fühle ich mich ihm stark verbunden.

Wir reisen zwei Wochen nach unserer Abfahrt wieder zurück – mein Mann muss wieder arbeiten – nach fünf Wochen Pause. Ich habe Angst vor der Zeit der Einsamkeit.

LEERE NACH DEM TOD

(Julius Mama 12.1.2019)

Mein Bauch ist leer,

Meine Arme sind leer,

Mein Herz ist schwer.

Irgendwas stimmt nicht,

Irgendwer fehlt.

Wo bist du?

Tief in meinem Herzen spüre ich: HIER.

15 Trauerfeier

Wir haben uns für einen bewaldeten Friedhof entschieden. So kann unser Kind unter einem Baum bestattet werden. Wir haben uns gegen einen Stein entschieden und haben stattdessen ein Klangspiel aus Holz und Perlen gebastelt, auf dem der Name von Julius und sein Geburts- und Todesdatum zu finden ist. Zudem haben wir einen Kranz vorbereitet, an den alle Beteiligten der Trauerfeier gute Wünsche für Julius hinterlassen können.

Wir haben einen frühen Termin für die Bestattung. Um zehn Uhr können wir in der wunderschönen hölzernen Stabkirche unsere kleine, private Trauerfeier begehen. Unsere Familien sind wieder vollständig: meine Eltern, die Eltern von Robert, mein Bruder mit Frau und Kind, meine Schwester mit Freund und die Schwester von Robert. Unsere Hebamme, die uns vor der Geburt betreut hat, ist gekommen und es sind sechs Personen aus der Neonatologie gekommen. Wir sind verzaubert, dass sie alle da sind.

Die enge Verbundenheit mit diesen Schwestern und Ärzten ist kaum in Worte zu fassen. Sie gehören so sehr zu dem kurzen Leben von Julius dazu und wir sind ihnen sehr dankbar, dass sie beim Abschied von Julius auch Teil sind.

Wir entzünden viele Kerzen, die wir auf den Tisch stellen, auf dem das Körbchen steht, in dem der Körper von Julius eingebettet ist. Wir singen dann ein Lied, welches ich viel für Julius gesungen hatte.


Schlaf mein Kind,

ich wieg dich leise,

Bajuschki, baju,

Singe die Kosakenweise,

Bajuschki, baju.

Draußen rufen

fremde Reiter

durch die Nacht sich zu.

Schlaf, mein Kind, sie reiten weiter,

Bajuschki, baju.

Einmal wirst auch

du ein Reiter,

Bajuschki, baju.

Von mir ziehen immer weiter,

Fernen Ländern zu.

In der Fremde,

fern der Heimat

Denkst du immerzu

an die Mutter, die dich lieb hat,

Bajuschki baju.

Ich habe dieses Lied immer auch mit dem schmerzhaften Beigeschmack gesungen, dass diese „fernen Länder“ keine irdischen sein könnten. Ja, dieses Lied ist voll mit Traurigkeit und doch tröstlich. Denn es zeigt, dass sich Mutter und Sohn (Eltern und Kind) immer lieb haben werden, dass sie aneinander denken, egal, wie weit sie voneinander entfernt sind.

Wir haben dann die wundervolle Rede meines Mannes gelesen. Ich hatte Gänsehaut – ich war und bin zutiefst gerührt, wenn ich seine Worte höre und lese, die er über unseren Sohn geschrieben hat:

Vielen Dank dass ihr heute alle gekommen seid, um gemeinsam mit uns Abschied von Julius zu nehmen.

Es ist schwer eine Trauerrede zu halten, über einen Menschen, der uns nur sehr wenig über sein Potential zeigen konnte … wir müssen es unserer Fantasie überlassen, wie sein Leben ausgesehen hätte … für mich ist er ein Pilot, oder Astronaut, der zu den Sternen geflogen ist.

Wir haben unser Leben als junge Familie mit Julius voller Angst und Bange begonnen. Wir haben in der Havelhöhe in tief erschütterte und überforderte Gesichter geschaut, die uns haben ahnen lassen, welches Leid auf uns wartet.

Wir haben im DRK Westend nach wenigen Stunden über Fragen nach Leben und Tod nachdenken müssen. Wir standen mehrfach bei den Ärzten, die alles versucht haben, und trotzdem an einem Punkt waren, an dem sie uns nur sagen konnten: “Wir haben alles getan, unsere Optionen sind ausgeschöpft, nun müssen wir hoffen”. Julius war ein starker Kämpfer, der diese Krisen überwunden hat.

Er hat uns aber auch Momente geschenkt, in denen wir ihn 4 Tage nach seiner Geburt zum ersten Mal auf dem Arm halten konnten, er auf unserer Brust liegen könnte, und wir bei seiner Pflege geholfen haben. Wir haben das überwältigende Gefühl genossen, unser eigenes Kind ganz nah bei uns zu spüren.

Wir konnten hunderte Bilder und Videos von ihm machen, wir haben jedes noch so kleine Detail seines Körpers tief in unsere Erinnerung eingeschlossen.

Für die Kraft die Julius für uns aufgebracht hat, damit wir diese gemeinsame Zeit mit ihm erleben konnten, sind wir ihm sehr Dankbar.

Wir haben in den letzten Tagen viel über Dankbarkeit nachgedacht, …

… denn trotz der anfänglichen Überwältigung, dem Leid, dem Schock und der Trauer haben wir früh eine Dankbarkeit Julius gegenüber entwickelt.

Wir sind Julius Dankbar dafür, dass er Menschen zusammen gebracht hat.

  • Johanna ’s Eltern sind noch in der Nacht nach der Geburt im Krankenhaus gewesen, um sich um uns zu kümmern, und um in der Nacht nach Julius zu schauen
  • Wir sind auch dem ganzen Team im DRK Westend ausgesprochen Dankbar, dafür, dass sie sich so wunderbar achtungsvoll um Julius gekümmert haben, dass Sie alles getan haben, was man menschlich, medizinisch und technisch für ein so junges Leben tun kann. Aber auch für die wirklich beachtliche Einbeziehung der Eltern in die Behandlung.
  • Auch der Havelhöhe sind wir dankbar, dass sie die Geburt begleitet haben, und durch die Reanimation erst die 8 Tage mit Julius möglich gemacht haben.
  • Auch der weiteren Familie, die uns emotional bei Seite stand, und die sich um alles wie Essen, Wäsche, Post, Standesamt, Bestattung im Hintergrund gekümmert hat, sind wir ausgesprochen dankbar.

Julius hat aber auch seine Eltern (also uns) näher zusammen gebracht. Wir haben das intensive miteinander Reden wieder entdeckt, und leben bewusster miteinander. Wir haben gelernt, im hier und jetzt zu leben und Dankbar zu sein, für alles was man gerade hat, und nicht was potentiell kommen mag — im Guten wie im Schlechten.

Wie gesagt, es geht um Dankbarkeit 🙂 … Julius hat uns auf drastische Art gezeigt, wie Wertvoll — und zugleich zerbrechlich — das Leben ist. Welches große Wunder die Entstehung eines neuen Lebens ist, und welchen großen Respekt wir davor haben müssen. Wir haben uns bei Julius schon über kleinste Zuckungen in der Hand gefreut, über sein schönes Gesicht, oder seine Ohren. Dennoch hat Julius viele Aspekte des Lebens im Verborgenen gelassen: Er hat nie selbstständig geatmet, eine kontrollierte Bewegung gemacht, er hat uns nie selbst seine Augen gezeigt, oder uns seine Stimme gezeigt. (Puzzle Leben)

Wir werden sicher die Geschwister von Julius mit allergrößter Bewunderung empfangen, und uns über “Kleinigkeiten” freuen, die andere Eltern für gegeben nehmen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich schon ein bisschen Angst davor hatte, ein Kind zu haben – vor allem wegen der Verantwortung. Durch Julius habe ich jedoch sehr schnell gelernt, dass es eine schöne Verantwortung ist, wenn es sich um das eigene Kind handelt.

Durch diese Verantwortung können wir — mal wieder — unseren eigenen Weg gehen. Wir haben bewirkt, dass Julius ohne Urnenbestattung trotzdem unter einem Baum in der Natur bestattet werden kann.

Wir haben ihm zusammen mit dem Team der Neo, den offiziellen Weg durch die Pathologie des Krankenhauses erspart, und eine schnelle Bestattung ermöglicht, sodass er nicht wochenlang in einem Kühlhaus liegt, bevor sein Körper zur Ruhe kommt.

Julius hat uns gezeigt, wie stark die Liebe von Eltern zu ihrem Kind sein kann. Während der Schwangerschaft hätten wir es für unmöglich gehalten, die medizinische Versorgung unseres Kindes auf unseren Willen hin zu beenden. Der Schutzinstinkt dem eigenen Kind gegenüber ist unglaublich groß. Doch er kann auch bedeuten, die Behandlung zu beenden, um das Kind in die Freiheit zu entlassen.

Die Kraft für diesen letzten Schritt hat Julius uns selbst gegeben: Durch die körperliche Nähe die wir in den letzten Stunden mit ihm erfahren haben.

Julius Tod ist nun schon über eine Woche her, und wir merken, wie der Nebel des Vergessens langsam anfängt, unsere Erinnerungen zu verändern. Was wir in den 8 Tagen nach Julius Geburt erlebt haben, beginnt surreal zu werden, als ob unsere Erinnerung aus einem traurigen Film stammt, und nicht unserem eigenen, echten Leben.

Dieser Ort, der Friedhof hier, soll Teil unserer Erinnerung, eine Stütze sein, dass alles real, hart und schrecklich, aber auch schön und verzaubernd war.

Wir wünschen uns von euch, dass wir Julius gemeinsam gut in Erinnerung halten, und uns gegenseitig an die Guten, aber auch an die schweren Momente erinnern.

Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt,

der ist nicht tot, der ist nur fern;

tot ist nur, wer vergessen wird.

Immanuel Kant

Wir bedanken uns bei Julius für die wunderbare und intensive Zeit, die er uns geschenkt hat. Wir hoffen, dass wir alle Entscheidungen richtig für ihn getroffen haben. Wir hoffen, dass wir ihn nicht zu lange und zu fest im Leben gehalten haben.

In ewiger Liebe, deine Eltern.

Es ist zu spüren, wie innig verbunden er mit Julius ist. Mich macht es stolz und glücklich. Ich habe eine wirklich tolle Familie. Einen wunderbaren Mann und ein zauberhaftes Kind. Ein Kind, welches ich für immer im Herzen tragen werde.

Nach der Rede haben alle Zeit, ihre Wünsche für Julius aufzuschreiben, bevor wir mit den angezündeten Kerzen zum Grab von Julius laufen. Wir Eltern tragen den Korb von Julius – zum ersten und letzten Mal tragen wir gemeinsam unseren Sohn.

Es schneit.

Robert hatte sich Schnee gewünscht und es war unwahrscheinlich, dass Mitte Dezember schon Schnee fallen würde und kein Wetterbericht hatte uns Hoffnung gemacht. Aber in den Momenten, in denen wir zum Grab gelaufen sind und in denen wir um das Grab standen, hat es große, weiße Flocken geschneit. Ein kleines Wunder.

Am Grab haben wir den Sarg abgelassen und dann mit roten Rosenblättern bestreut. Alle Anwesenden konnten die Rosenblätter auf das Körbchen fallen lassen und sind dann zum Teil zu uns gekommen, um uns ihr Beileid auszudrücken. Die Ärztin, die den Tod von Julius so eng begleitet hat, hatte Tränen in den Augen und hat mir zu geflüstert: „er wird bleiben“.

Ja, das wird er.

Ich bin so dankbar um diese drei kleinen Worte, die so viel bedeuten. Er wird bleiben. Er wird bleiben. Wird bleiben. Bleiben.

Wir hängen dann unsere guten Wünsche auf und die Ärzte und Schwestern stellen die Windräder auf, die sie für Julius mitgebracht haben. Und sie hängen einen Traumfänger auf, den sie für mitgebracht haben. Der hängt nun mit dem Klangspiel und den guten Wünschen am Baum auf Julius` Grab. Ein sehr schönes, buntes Grab – mitten im Wald.

Dann gehen wir gemeinsam einen Kaffee trinken im benachbarten Café. Wir freuen uns, dass alle mitkommen und unterhalten uns noch einmal mit den Schwestern und Ärzten des Krankenhauses. Wie dankbar wir sind, dass wir diese einfühlsamen Menschen kennen gelernt haben.

Wir beschließen den Tag bei einem gemeinsamen Pizzaessen mit den Familien.

Ein schöner Tag – trotz des traurigen Anlasses.